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Ein braunbeschuhter Fuß auf der Straße ragt von unten ins Bild. Von links unten nach rechts oben weißgepunktete Linien.

Heute morgen habe ich die Zeit damit verbracht einen Kugelschreiber zu suchen. Um etwas aufzuschreiben über dich. Eigentlich wollte ich das schon gestern den ganzen Abend hindurch, aber immer kam etwas dazwischen und ganz zuletzt gingen mir die Kerzen aus. Die vom Geruch des verkohlten Dochtes erfüllte Dunkelheit nach der letzten Kerze, weißt du, gleicht dem Zustand in meinem Kopf, wenn ich an dich denke. Also hätte auch ein Kugelschreiber mir nicht helfen können. Ich denke halt einfach, wenn ich auf meinem kleinen Balkon sitze nur daran, dass es schön sei, wenn auch du jetzt hier sitzen würdest, dann bräuchte ich so was wie einen Kugelschreiber auch erst gar nicht. Und auch keine Kerzen. Würde ich ja wissen, dass du da bist. Naja, und so denke, oder träume ich immer mal wieder. Oder ich suche nach Worten und finde keine, die dir gerecht würden. Ich schreibe also Belanglosigkeiten und trinke manchmal auch ein Bier oder rauche, um über diese Belanglosigkeiten hinwegzusehen. Ich glaube ich habe mich einfach zu oft in dich verliebt, und dich zu oft wieder vergessen müssen, als dass ich noch irgendwas darüber sagen könnte. Vielleicht sag ich dir das ja irgendwann einmal. Aber nicht unbedingt wenn du mal hier mit mir auf meinem kleinen Balkon sitzt. Lieber später einmal. Dann wenn du die Frau eines anderen bist und vielleicht schon drei wunderschöne Kinder auf die Welt gebracht hast, und vielleicht hat das ganze genügend Wucht und wir heiraten am Ende dieser Geschichte, wenn wir achtzig sind. Ich alt bin. Mit dir.

Ein braunbeschuhter Fuß auf der Straße. Man sieht die Schatten der Beine. Vor dem Schuh liegt ein Handschuh.
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